Wochenkinder in der DDR
Gestern war Hochsensiblen-Treffen in Dresden. Ich hatte im Vorfeld noch Zeit, mich durch die Prospektwand zu stöbern und da berührte mich ein Flyer sehr. Es ging um Wochenkinder. Den Begriff hatte ich (Baujahr 1979) so noch nicht gehört und mir war auch nicht bewusst, dass es so etwas in der DDR gab, aber: Das gab es!
Wochenkinder ist der Begriff für Kinder, die bereits sehr früh (teils ab der 6. Lebenswoche!!!) fünf Tage und Nächte über in Einrichtungen (Krippen, Kindergärten) betreut wurden und die nur am Wochenende in ihrer Familie leben konnten. Quasi die Extremform der Ganztagsschule, im Grunde mehr Kinderheim als Familie.
Ganz ehrlich: Allein die Vorstellung treibt mir Tränen in die Augen! Was für ein verrücktes, krankes, zerstörerisches System! Was für eine gefühllose Art von planmäßiger, kollektiver Bindungstraumatisierung! Ganze Generationen traumatisierter Kinder (zwischen 1951 und 1992 gab es diese Einrichtungen), die zu unsicher gebundenen Erwachsenen wurden! Es ist in Worten kaum auszudrücken, welches Leid für Kinderseelen dahinter steht und welches Leid dadurch heute in der Gesellschaft wirkt.
Jeder Mensch versucht sich selbst ein glückliches Leben zu erschaffen. Nicht unbedeutend ist dabei ein reguliertes, entspanntes Nervensystem. Und genau das ist bei frühen Traumata so schwer in Ballance zu halten. Ständig übererregt oder gleich erstarrt… Was manifestieren derart geprägte Menschen?! Es lässt sich nur spekulieren.
Und das ist ein Phänomen des Ostens. Wie kann man sich wundern, dass es im Osten „alles anders“ ist als im Westen? Wie kann man sich über solche Wahlergebnisse wundern, wenn das Hauptbedürfnis eines jeden menschlichen Wesens das Gefühl von Sicherheit und Stabilität ist?! Ich meine das hermetische Gesetz von Ursache und Wirkung: Gewachsene Strukturen. Nicht radikale Einstellungen beschränkter Menschen/Ossis/Sachsen (so oder ähnlich wird´s ja oft dargestellt – „Wie kann man nur?!“), sondern logische Folge angelegter Systeme.
Wie bekommt man eine Gesellschaft in lichtvolle Bahnen, die aus Kriegstraumata in die Traumatisierungen des sozialistischen Systems hineinwachsen musste, um dann den Cut mit der Wende zu erleben und sich plötzlich nach anderen (nicht gelernten) Regeln zu verhalten? Welch unsäglicher Dauerstress! Welch Mühlsteine zwischen die Kinder geboren wurden!!! Unfassbares (unausgesprochenes, sprachloses) Leid als Basis von Ursache und Wirkung.
Unterm Strich bleibt es immer die Einzelfallbetrachtung. Jede(r) einzelne Betroffene kann nur für sich allein in die Heilung finden. Heilung der eigenen Themen, aufbauend auf näheren und ferneren Ahnenthemen. Tropfen für Tropfen im Ozean. Es bleibt sooo viel zu tun!
Gerne betrachte ich mit Dir gemeinsam Deine individuelle Herausforderung und begleite Dich auf Deinem Weg in die Heilwerdung ein Stück. Ob Beratung, Partswork oder Licht-Heilung – ich bin hier.
Dir von Herzen nur das Beste!
Alles Liebe
Posted: März 28th, 2025 under Gedankenfluss, Trauma.